Pressemitteilung - Fiber Push Fachtagung "Fasern & Filtration"

Denkendorf, 10.04.2018 – Bei den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung in Denkendorf (DITF) fand am 10.04.2018 die Fiber Push Fachtagung „Fasern & Filtration“ statt. Es kamen knapp 40 interessierte Teilnehmer aus Theorie und Praxis zusammen, um sich zum Thema weiterzubilden und auszutauschen. Die Veranstaltung dauerte von 9.30 Uhr bis 14.00 Uhr und umfasste vier Vorträge, Gelegenheiten zum Netzwerken sowie eine kurze Führung in den „Katakomben“ der DITF Denkendorf.

Ob feinstaubabsorbierend oder antiallergen wirkend - textile Filter werden auch zunehmend noch breiter in Verbraucherprodukten eingesetzt und es erschließen sich neue Geschäftsfel-der. Fasern als Filtermedium sind aufgrund ihrer hohen Oberfläche, Flexibilität und Funktiona-lität zur Herstellung von Filtern seit jeher prädestiniert. Von der Nahrungsmittelerzeugung bis hin zu modernsten Umweltschutztechniken sind faserbasierte Filter in der Industrie nicht weg-zudenken. Neue Herausforderungen wie Mikroschadstoffthematiken in der Abwasserbehand-lung, Raumluftbehandlung, Arbeitsschutz u.v.m. fordern die Übersetzung in neue textile Lö-sungen und Produkte.

Den Anfang und Moderation übernahm Herr Stefan Thumm vom Verband der Bayrischen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.. Er gab Denkanstöße und präsentierte somit „ungelegte Eier“ mit seinem Vortrag über „Faser und Filtration – Neue Geschäftsmodelle durch Filterinnovationen im Umwelt- und Verbraucherschutz“. Hierbei wurden auch Probleme angesprochen, die zurzeit mit diesem Thema verbunden sind: Fehlende oder schwer greifbare Schnittstellen, treibende Gesetzgebungen und die Not an komplexeren und günstigeren Systemen. Bei der anschließenden Vorstellungsrunde wurde nochmals klar, dass die Textilsicht mit der Marktsicht zusammengebracht werden muss. Dr. Hans-Joerg Imminger von BWF Tex GmbH & Co. KG weihte das Auditorium in das Thema „Regenerierbare Filtermedien auf dem Weg zur Nullemission“ ein. Er trug vor, dass zwar die Feinstaubbelastung in den letzten Jahren gesunken ist, allerdings immer noch große Mengen in der Luft enthalten sind. Diese Mengen haben verschiedenste Quellen, eine große davon ist die Industrie. BWF Tex GmbH & Co. KG hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Feinstaubmengen zu verringern, in dem die Nullemission angesteuert wird. Hierzu präsentierte Imminger Ergebnisse aus Untersuchungen auf dem Filterprüfstand. Er ist der Meinung, dass man auf dem Weg zur Nullemission ist, allerdings dies nur funktioniere, wenn die Rahmenbedingungen der Anlagen stimmen. Als dritter Referent trat Jürgen Junker von der Junker-Filter GmbH vor. Sein Vortrag über „Zero® Design – ein Beitrag für höchste Abscheideleistung für Luftreinhaltung / Fest-Flüssig-Trennung“ gab einen tiefen Einblick in die Praxis. Er erwähnte die Schwierigkeit sowie den Forschungsbedarf von Absorption und Bindung von Fasern: „Alles was wir herausholen muss auch entsorgt werden.“ Als Probleme tauchten unterschiedliche Konsistenzzustände auf: Tröpfchen, Gase, Staub, Partikel. Das heißt, die Faser müssen mit entsprechenden Katalysatoren und Molekülstrukturen „ausgenistet“ werden. Anschließend präsentierte Herr Dr. Till Batt von der MANN+HUMMEL GmbH das Thema „Filtermedien für die Luftfiltration – Individuelle Lösungen für künftige Herausforderungen“. Die MANN+HUMMEL GmbH ist tief in der Automotive-Branche verankert, stellt allerdings auch Industriefilter her, die Gebäuden oder auch Schiffen eingesetzt werden. Durch das wachsende Bewusstsein der Gesellschaft hinsichtlich Feinstäube steigen auch die Anforderungen und Ansprüche an Filtersystemen. Batt nannte als Zielkonflikt in der Luftfiltration zum einen lange Standzeiten und zum anderen hohe Staubbindung der damit verbundene Energieverbrauch. Seine Meinung: „Die besten Filtermaterialien bringen nichts, wenn die Dichtungen oder das Gehäuse nichts taugen.“ Nach der anschließenden Diskussion konnte der Vormittag bei belegten Brötchen ausklingen gelassen werden. Für alle Interessierten ging es dann gestärkt mit Herrn Windschiegl und Herrn Harz von den DITF Denkendorf zu einer kurzen Führung der Meltbow-Maschine im Untergeschoss.

Zusammenfassend hat die Fachtagung gezeigt, dass auf dem Themengebiet „Fasern und Filtration“ dringend mehr Forschung angestoßen werden sollte. Außerdem muss die „Awaren-ess“ hinsichtlich des Themas gesteigert werden. Einig sind die Experten sich hinsichtlich der Frage, warum man bisher noch nicht weiter ist: Man braucht jemanden, der dazu bereit ist, die Forschung und Entwicklung der bisher nicht entwickelten, allerdings benötigten, Filtrationssys-teme zu finanzieren. Prägnant ist die Frage nach Feinstaubpartikel-Lösungen. Thumm sagte hierzu: „Es muss schlussendlich kostenverträglich sein. Wenn nicht, wird es ausgelagert und das ist noch schlechter für die Umwelt.“ Es wurden Visitenkärtchen ausgetauscht, rege Unter-haltungen haben stattgefunden und neue Denkanstöße wurden gegeben.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Profil Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW)
Die Allianz Faserbasierter Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW) ist ein branchenüber-greifendes Technologienetzwerk, das die gesamte Wertschöpfungskette der faserbasierten Werkstoffe – von Anbietern über Nachfrager und Forschungseinrichtungen – zusammenbringt. Die AFBW ist das erste landesweite Netzwerk im Südwesten, das mit dem baden-württembergischen und europäischen Cluster Label ausgezeichnet wurde. „Mehrwert durch Netzwerk“ ist Leitbild und Treiber für Technologietransfer und Innovation.

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Referentin Technologiemanagement

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