Digitalisierung, so what?!

Bild © Go Textile!

Die Nachwuchskampagne Go Textile! startet mit einer Filmreihe ins neue Jahr. Dies ist auch der Startschuss für eine sechsteilige Serie im Fachmagazin „textile network“ über die Stars der Zukunft in der Textilbranche.

Unter dem Titel „Digitalisierung, so what?!“ zeigen Auszubildende und Studenten, wie digital die Textilbranche bereits ist. Hochinnovative Produkte und vielseitige Forschungsvorhaben treiben die Digitalisierung in vielen Bereichen voran. Von Geotextilien über textile Anwendungen im Medizinbereich bis hin zur digital unterstützten Arbeitsbekleidung – Textil formt die moderne Welt.

Vorgestellt wird in den Videos etwa ein vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen entwickeltes textiles Sensorvlies. Eingearbeitet in Deichanlagen kann es als Frühwarnsystem fungieren und helfen, größere Schäden zu vermeiden. Die ist für den Küstenschutz eine elementare Verbesserung, da nicht nur sichtbare Schäden, sondern der tatsächliche Zustand der Anlagen erkannt werden kann.

Die Digitalisierung spielt auch eine Rolle in der Veredelung von Textilien, wie per Video anschaulich vorgeführt wird. Das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) hat ein Druckverfahren entwickelt, bei dem sich Vliesstoffe besser mit Farben, Mustern oder sogar dreidimensional wirkenden Elementen bedrucken lassen. Vliesstoffe, aufgrund ihrer Materialeigenschaften bisher eher im Verborgenen eingesetzt, können somit individuell farblich gestaltet auch im sichtbaren Bereich eingesetzt werden.

Ein weiterer Clip stellt den von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) entwickelten sensorischen Handschuh vor, der Lageristen beim Heben von Lasten unterstützt. Druck- und Biegesensoren im Handschuh messen die Belastung und steuern aufgrund dieser Messdaten den Systemkran. Bei einem schwereren Karton gibt der Kran mehr Hebeunterstützung als bei einem leichten Karton. Gesundheitliche Folgeschäden können damit vermieden werden.

Textilien spielen im Gesundheitsbereich eine sehr große Rolle. Und das nicht nur als Verbandsmaterial, wie ein weiterer Videoclip zeigt: Für Langzeit-EKG-Messungen werden Elektroden und Leiterbahnen durch eine vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen entwickelten Stricktechnologie in ein Oberteil integriert. Vom Shirt aufgenommene EKG-Signale können so an eine Webplattform übermittelt und ausgewertet werden. Unhandliche und aufwändige Aufzeichnungsmethoden können damit abgelöst werden.

Alle Videos sind hier online abrufbar.

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