„CHITOCELL" Neue Materialien aus Cellulose/Chitin-Fasern

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An den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf wurden neue Cellulose/Chitin Blendfasern (CChF) und –beschichtungen (CChB) entwickelt, die besonders vorteilhafte Anwendungen im Medizin- und Bekleidungssektor versprechen. 

Bisher liegen noch keine Informationen zur Verarbeitbarkeit der Fasern zu textilen Strukturen und der Polymerblends für Beschichtungen vor. Fasern und Beschichtungen sollen jedoch an die geforderten Eigenschaften von vor allem medizinischen Anwendungen gezielt angepasst werden. Dies ermöglicht das neue Herstellungsverfahren über die Verarbeitung aus ionischen Flüssigkeiten aufgrund der großen Variabilität. Es sollen zunächst in Laborversuchen die von den textilen Verarbeitungsprozessen und der Anwendung geforderten Eigenschaftsprofile am ITCF entwickelt und nach Upscaling entsprechende Fasermengen für die Weiterverarbeitung am ITV zur Herstellung von Pilotprodukten bereitgestellt werden. Im Fokus stehen beispielhaft Gestricke, gewirkte Netze und Spinnfaservliese, die bezüglich ihrer mechanischen, physiologischen, biologischen und antibakteriellen Eigenschaften zu charakterisieren sind.

Bei den Beschichtungsversuchen sollen zunächst in Kleinmengen geforderte Rheologieprofile eingestellt werden, Wirkadditive modellhaft ausgewählt und Beschichtungsmassen bereitgestellt werden. Die Beschichtungen werden an der am ITV bestehenden Einzelfadenbeschichtungsanlage erprobt. Dabei soll die Eignung der Polymerkombination für die Garnbeschichtung und deren Einfluss auf die Garneigenschaften untersucht und optimiert werden. Schließlich wird das Freisetzungsverhalten von Wirkstoffen in vitro untersucht.

Ziel des interdisziplinären Verbundvorhabens mehrerer Forschungsbereiche der DITF ist die Stärkung v.a. der KmU im Land Baden-Württemberg im Bereich der Medizintextilien. Eine nachhaltige Bedeutung wird das Ergebnis auch auf die Therapie und Prävention von Hauterkrankungen haben und so eine deutlich sozio-ökonomische Komponente beitragen.

Die Projektleitung unterliegt Dr. Frank Hermanutz. Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

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