SpotON auf roma Strickstoffe

Textile Heizelemente für Pflanzenzucht und Pflanzenproduktion - Optimale Wärmezufuhr sorgt für bessere Erträge

Ein neues textiles Heizsystem revolutioniert die Pflanzenzucht. Die roma-Strickstoff-Fabrik aus Balingen, Mitglied in der AFBW seit 2009, hat das innovative System entwickelt. Es ermöglicht, Pflanzen in allen Wachstums- und Reifephasen optimal mit Wärme zu versorgen. Das sorgt dafür, dass die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt reif und verkaufsfertig sind. Und das mit einer sehr guten Energiebilanz, denn das System führt zu einer Energieeinsparung von ungefähr einem Drittel gegenüber konventionellen Gewächshausheizungssystemen.

Die roma-Strickstoff-Fabrik ist ein Unternehmen mit Tradition. Es wurde 1958 gegründet. Im Bereich der technischen Textilien hat sich roma zu Beginn auf Bespannstoff konzentriert, der schwerpunktmäßig zur Stoffausstattung des Autointerieurs, zur Stoffverkleidung von Unterhaltungselektronikgeräten und zur Stoffbespannung von Büro- oder Wohnmöbeln verwendet wird. Eine besondere Spezialität sind hierbei die „akustischen Textilien“, die sich durch eine hohe Schalldurchlässigkeit bei gleichzeitiger Blickdichte auszeichnen.

Textile Heizelemente sind bereits seit einiger Zeit im Portfolio von roma zu finden. Diese sorgen für eine gleichmäßige, homogene Wärmeverteilung und die genaue Temperatur kann durch ein sensorgesteuertes Netzgerät definiert werden. Die Heizelemente werden im Mobilitätsbereich, im Gesundheitssektor und im Sportbereich eingesetzt.

Um innovative Wege zu gehen, wurden jetzt die neuartigen textilen Heizelemente für die Pflanzenzucht und die Pflanzenproduktion entwickelt. Die neu entwickelten Heizelemente haben aktuell die letzten Tests bei der Staatsschule für Gartenbau bestanden. Keimung, Pflanzenwachstum und Reife sind steuerbar. Im Gewächshaus können variable Temperaturprofile eingesetzt werden und das System kann darüber hinaus zum Schutz gegen Frost eingesetzt werden.

Das Ergebnis der optimalen Versorgung verdeutlicht unser Foto aus dem November dieses Jahres. Hierbei handelt es sich um Weihnachtssterne in einem Gewächshaus der Staatsschule für Gartenbau Stuttgart- Hohenheim.

Der Einsatz der textilen Heizelemente wurde sowohl im Außengewächshaus (Allwetterhaus mit freistehenden Tischen), als auch im Ebbe-Flut-Gewächshaus (die Nährlösung wird angestaut) getestet und kann in beiden Gewächshausarten das Pflanzenwachstum optimal unterstützen.

Das neue System bietet Chancen. 2050 sollen 80% der Weltbevölkerung in urbanen Ballungszentren leben. Der Bedarf nach urbaner Landwirtschaft wächst, ebenso wie der Bedarf nach nachhaltiger Produktion, dem Recycling von Wasser und Energie und der Möglichkeit ganzjährig Pflanzenbau zu betreiben.

Das bestätigt Dr. Ernst von der Staatsschule für Gartenbau, Stuttgart-Hohenheim. „Die Weltbevölkerung wächst schnell und die bestehenden Anbauflächen, z.B. bei der Pflanzung von Baumwolle oder Nahrung, stehen immer mehr in Konkurrenz zueinander. Es ist unabdingbar, dass wir in der Pflanzenzucht neue Wege gehen und ressourcenschonend und energieeffizient arbeiten.“

Weitere Vorteile zusammengefasst:

  • die punktgenaue Lieferung der Pflanzen wird möglich
  • Erhöhung der Produktionszahlen, da zu allen Jahreszeiten gearbeitet werden kann
  • die Reife der Pflanzen kann beschleunigt werden
  • Energieeinsparung zu herkömmlichen Heizsystemen (z.B. auch bei einer Teilbelegung des Gewächshauses)
  • variable Programmierung des Systems, angepasst auf die jeweilige Wachstums- und Reifephase einfache Handhabung
  • kann auch eingesetzt werden als Winterschutz von mehrjährigen Solitärpflanzen

Unterstützt wurde Herr Jürgen Reichart, Bereichsleiter Technische Textilien roma, nicht nur von der Staatsschule für Gartenbau, Stuttgart-Hohenheim (Herr Dr. Ernst), sondern auch von den Hohenstein Instituten für Textilinnovation gGmbH, Bönnigheim (Herr Prof. Dr. Höfer, Frau Dr. Gerhardts). Besondere Potenziale sieht Jürgen Reichart im Einsatz in Ländern, in denen Pflanzenzüchter aktiv sind, in denen es aber keine oder nur bedingt Heizungen gibt, wie z.B. Argentinien, Chile oder China. Hier bietet das entwickelte Produkt eine echte Alternative.

Jürgen Reichart führt aus: „Ständige Innovation ist heute mehr denn je die Grundlage für den Erfolg in der Textilindustrie. Schaut man über den Tellerrand und denkt quer, bieten sich hier viele Möglichkeiten und schöne Potenziale für Unternehmer.“

Text und Fotos roma Strickstoffe 2015.

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