Leuchtturm Cotonea – Textilproduktion geht auch anders

Bei Markthalle denken zwar viele an Gemüse, doch vor allem der Gedanke des Austauschs steckt für Geschäftsführer Roland Stelzer dahinter. So öffnet die Markthalle nicht nur die Tür zu den Produkten der Marke Cotonea, sondern auch zu vielen anderen nachhaltigen Produkten.

In einem Bildervortag stellte der Unternehmenschef selbst die Philosophie von Cotonea vor: Die Produkte des Familienbetriebs in sechster Generation stehen für gesunde Baumwolle und eine konsequente Kontrolle aller Produktionsstufen – vom Baumwollfeld bis hin zum Endkunden.

Bereits im ersten Teil des Vortrags wird den Zuhörern klar, dass das Thema Nachhaltigkeit viele Herausforderungen beinhaltet, wie z. B. die Ausrichtung des Produkts für den Kunden, die Herausforderungen der Zertifizierung sowie der Umgang mit dem „Label-Dschungel“ und vieles mehr. Wie geht Cotonea mit diesen Herausforderungen um? Von den zwei Projekten in Uganda und Kirgistan stellte Roland Stelzer die Region rund um Gulu in Uganda und die dortige Zusammenarbeit mit der Gulu Agricultural Development Company vor. Die bunten Bilder des Landes zeigen neben Bauern auf den Biobaumwollfeldern, Trainerschulungen und Lagerhäusern vor allem Menschen, die das Projekt ausmachen. Cotonea will für alle ein Gewinn sein und setzt deshalb vor Ort auf Hilfe für Selbsthilfe und möchte durch die Schulungen ermöglichen, dass die Menschen vom Anbau auf ihrem Land leben können. Hohe Korruption, Schädlinge, die zunehmende Kommerzialisierung und Genmanipulation von Saatgut und die Berücksichtigung von Fruchtfolgen wie Sesam oder Chili stellen die Projekte allerdings vor große Aufgaben. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Landwirten und das Bilden von neuen Finanzierungsmodellen und Interessensgemeinschaften vor Ort kann allerdings eine faire Entwicklung gewährleistet werden.

Nach dem Bericht aus Uganda, zeichnete eine Bilderfolge die Reise der Biobaumwolle in die Spinnereien nach Istanbul und zur Konfektion in die tschechischen Werke nach. Cotonea ist größtenteils mit „IVN Best“ zertifiziert und deckt damit die gesamte Herstellungskette ab. Neben attraktivem Design, hoher Langlebigkeit, Fairness, ökologisch optimierter Herstellung sowie schöner Haptik und Gebrauchseigenschaften ist vor allem die Transparenz relevant. Um dies an den Kunden zu kommunizieren ist jedem Produkt ein Produktpass beigefügt, der alle relevanten Informationen zum Produkt zusammenfasst. Am Ende des informativen Abends sind die Fragen nach dem „Wie und Warum?“ hinter der Marke Cotonea geklärt und es bleibt ein Ausblick in die Zukunft: Im nächsten Jahr will das Unternehmen in die Luxusqualitäten von Baumwolle investieren und strebt im Produktbereich die Entwicklung von Arbeitskleidung an.

 

Fotos: © Bekka Rüth

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