Hightech-Fasern auf Holzbasis als Werkstoff der Zukunft

Ostfildern, 9. November 2017. Nimmt man Prof. Dr. Markus Milwich, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), beim Wort, so traf am Mittwoch, den 8. November 2017, in Ostfildern die Crème de la Crème der Innovationstreiber im Bereich der holzfaserbasierten Faserverbundwerkstoffe zusammen. Das DITF hatte gemeinsam mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW) und proHolz Baden-Württemberg zu einer Arbeitskreissitzung unter dem Namen „Cluster innovativ“ geladen. Die Veranstaltung führte Personen aus Praxis, Forschung und Lehre zusammen, die sich mit der Entwicklung, Herstellung und Anwendung holzfaserbasierter Produkte befassen. Ziel ist es, die verschiedenen Bereiche stärker miteinander zu vernetzen, um im Austausch Marktpotenziale zu erschließen und innovative Produktentwicklungen anzuschieben.

In den Vereinigten Staaten gäbe es derartige Arbeitskreise im Bereich der faserbasierten Werkstoffe bereits seit Jahren. Umso erfreulicher sei es, dass nun endlich auch in Deutschland die Initiative ergriffen wurde, betonte Milwich, der die Veranstaltung moderierte. Zudem zeigte er sich von der guten Resonanz für das Format begeistert, das auf Impulsvorträgen ausgewiesener Experten und offenen Gesprächsrunden basiert.

David Thull von der FISCO GmbH präsentierte den Teilnehmenden „fi:resist“, den ersten nicht brennbaren Faserverbundwerkstoff, für den es nun konkrete Anwendungsgebiete und Marktpotenziale zu erschließen gilt. Vielversprechende Möglichkeiten könnten sich im Bauwesen, beim Schiffs- und Automobilbau sowie in der Luft- und Raumfahrt bieten.

PULaCell heißt die biobasierte Polyurethan Verstärkungslamelle mit Cellulosefasern der Covestro Deutschland AG. Es handelt sich um einen verstärkenden Werkstoff für den Holzkonstruktionsbau, der zu mindestens 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Das mache modernen Holzbau mit Brettsperr- und Brettschichtholz noch nachhaltiger, sagt Dr. Paul Heinz, Koordinator des Forschungsprojekts bei Covestro.

Dr. Frank Hermanutz, Bereichsleiter Biopolymere und Cellulose DITF, hat mit seinem Team einen Verbundwerkstoff aus reiner Cellulose entwickelt, der zu 100 Prozent recyclebar ist und auch nach dem vierten Recycling-Prozess nichts von seinen Werkstoffeigenschaften einbüßt. Auch hier gilt es nun entsprechende Anwendungsgebiete zu identifizieren. Als nächsten Schritt will Hermanutz ein Handschuhfach aus dem Material produzieren, das im Automobilbau Verwendung finden könnte.

Bild: Teilnehmer Cluster innovativ mit Veranstaltern Ulrike Möller, AFBW (vorne links), und Sylvie Wiest, proHolzBW (vorne rechts) sowie den Referenten Dr. Paul Heinz, Covestro (vorne 3. v.l.) und David Thull, FISCO GmbH (vorne mitte)

AFBW - Mehrwert durch Netzwerk
Wir verbinden Wissenschaft und Wirtschaft, Menschen und Märkte, Technologien und Anwendungsfelder – von der Faser bis zum fertigen Produkt. Know-how-Transfer ist unsere wichtigste Aufgabe. So schaffen wir Mehrwert, um Impulse zu geben und Innovationen voranzutreiben. Ziel unserer Arbeit ist die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute in der Region.

AFBW ist das erste landesweite Netzwerk im Südwesten, das mit dem baden-württembergischen und dem europäischen Cluster-Label ausgezeichnet wurde. Mit unserem professionellen Management gehören wir zu den 30 leistungsstärksten Netzwerken in Europa.

Über proHolzBW: Die proHolzBW GmbH setzt sich für eine stärkere Verwendung des Werkstoffes Holz in Baden-Württemberg ein. Holz kann als nachwachsender Rohstoff und CO2-Speicher einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Klimaschutzziele von Bund, Ländern und Gemeinden zu erreichen.

Außerdem stärkt proHolzBW als Drehscheibe der Netzwerke Forst und Holz die Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette und intensiviert die Kommunikation in die Gesellschaft. Kernaufgaben sind die Vernetzung von Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Architekten, Ingenieuren und Kommunen.

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