Antimonverbindungen unter REACH-Restriktionsdruck

Antimon bzw. Antimonverbindungen stehen aufgrund toxikologischer Aspekte seit geraumer Zeit im Fokus der REACH-Behörden. Daher organisiert die „International Antimon Association“ kurz IAA, am 29. November 2017 in Brüssel ein Treffen, das Nachverwender-Industrien unter der Teilnahme der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA), versammelt.

Der europäische textile Dachverband EURATEX wird in dieser Veranstaltung die Interessen der europäischen Textiler vertreten und bittet die Mitgliedsunternehmen der Textilverbände vorab um die Übermittlung von diesbezüglich relevanten Informationen. Für die Verbände Südwesttextil und VTB sowie die AFBW koordiniert Umweltexperte Stefan Thumm die Sammlung der Informationen, die bis Ende August 2017 der EURATEX bereitgestellt werden sollten. Um Mitwirkung gebeten werden Unternehmen, die vor allem Antimontrioxid im Bereich des textilen Flammschutz einsetzen.

Folgende Informationen sind gefragt:

  • eine qualitative Beschreibung der antimonhaltigen Textilien bzw. Artikel
  • die voraussichtliche Verwendung des Textils bzw. die Unterscheidung von Industrie-, Berufs-, Verbraucher-, Innen- und Außenanwendungen
  • den jeweiligen Antimon-Gehalt des Textils in Bezug auf das Warengewicht
  • die Spezifikation des Antimon-Gehalts im Textil, sprich die physikalische Form des Antimon Gehalts, entweder als Teil der Textilfaser oder als oberflächliche Beschichtung bzw. Zubereitung von antimonhaltigen Produkten zur Textilbeschichtung (als Suspension, als Pulver in alveolarer, lungengängiger oder inhalierbarer Form etc.)
  • den Antimongehalt, der unter verschiedenen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Säureeinwirkung, mechanischer Belastung) usw. aus dem Textil freigesetzt wird

Bitte senden Sie die Informationen direkt an unseren Umweltexperten Stefan Thumm per E-Mail an umwelt@suedwesttextil.de oder s.thumm@vtb-bayern.debei Fragen auch Mobil: 0151-28109045, der gemeinsam mit dem deutschen Gesamtverband t+m die EURATEX in dieser Thematik fachlich begleitet.

Bedeutung von Antimonverbindungen in der Textilindustrie:

  • Antimontrioxid ist in der Textilbeschichtung ein synergistisch wirkendes Pigment, das in Kombination zu halogenhaltigen Flammschutzmitteln eingesetzt wird, um spezifische textile Brandschutzanforderungen nach diversen nationalen und internationalen gesetzlichen Vorgaben und Industrie-Prüfnormen erfüllen zu können. Alternativen zu Antimontrioxid gibt es, trotz vielschichtiger Bemühungen Alternativstoffe zu entwickeln, derzeit keine.
  • Mit Antimonkatalysatoren, wie Antimontrioxid, produzierte PET-Polyesterfasern sind mengenmäßig die meist produzierten Fasern weltweit (über 50.000.000 t/a). Alternativ sind bereits mit Titankatalysatoren hergestellte Polyesterfasern auf dem Markt, die aber preislich teurer bzw. nicht annähernd in den entsprechend gebrauchten Mengen verfügbar sind.

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